Exkursion nach Natzweiler-Struthof

Am 24. März 2026 fuhr der 10. Jahrgang ins Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Während der dreistündigen Fahrt waren Musikboxen nicht gestattet – zu unpassend für das Thema der Exkursion.
Angekommen, erhielten wir keine offizielle Führung, sondern schauten uns zunächst in Klassengruppen das Außengelände an und bekamen Infos von unseren Geschichtslehrern. Ein Großteil der früheren Gebäude/Hütten stand nicht mehr, das Gelände war von doppelten Zäunen aus Stacheldraht und Wachtürmen abgegrenzt. Wenn ein Gefangener damals diesen Zäunen zu nahekam, wurde er sofort erschossen – manche Wachen hatten sich auch einen Spaß daraus gemacht, KZ-Häftlinge in den Zaun zu schubsen. Wir sahen uns einen großen Ofen an, in dem Leichen verbrannt wurden, außerdem die Hütten, in denen an Deportierten experimentiert wurde. Im hinteren Teil des Lagers befand sich ein Massengrab mit einem später hinzugefügten großen Kreuz, unter dem Blumen lagen. Dort wurde früher die Asche von Verbrannten hineingeworfen – zusammen mit Abfällen – und später als Dünger für nahe liegende Felder verwendet. Diese Geschichte hat uns noch länger verfolgt. Ein Gefängnis gab es ebenfalls, zwischen den kleinen Räumen – in die wohl bis zu 20 Personen gleichzeitig gesperrt wurden – befanden sich noch kleinere Nischen, in die Gefangene für drei Tage gesperrt wurden, bevor man sie umbrachte. Dort konnte man weder stehen noch liegen. Danach gingen wir in eine der ehemaligen Wohnbaracken, die zu einem Museum umfunktioniert worden war, mit Bildern und Berichten über die Menschen im Lager. Am meisten im Gedächtnis geblieben ist uns eine Tafel, auf der die Namen von Deportierten standen – es können gar nicht alle gewesen sein, aber dennoch waren die Namen sehr klein gedruckt und die Tafel bedeckte eine ganze Wand. Wir hatten ebenfalls Einblicke zur Speisekarte von damals, was für uns erschreckend und unvergesslich bleibt, da die Menschen dort viel zu wenig essen und trinken durften und daher kaum Energie hatten. Unsere letzte Station innerhalb des Lagers war ein Gedenkmal und ein Friedhof, auf dem die Alliierten die zuletzt vor der Rettung Verstorbenen begraben hatten, um ihnen eine würdevollere Bestattung als das Massengrab mit den Abfällen zu geben.
Nach einer Mittagspause, die außerhalb des Lagers stattfand – dort drinnen durfte man nicht essen oder trinken – fuhren wir zur nahegelegenen Gaskammer, in der sich auch eine kleine Ausstellung befand. Hier wurden die Menschen damals mit Gas getötet. Danach fuhren wir wieder nach Hause. Auch hier galten wieder dieselben Regeln wie auf der Hinfahrt. Es wurde uns deutlich, wie sehr uns der Besuch im Konzentrationslager beschäftigt hat. Vor allem der Gedanke, dass vor nicht einmal 100 Jahren einige uns bekannte Personen in so ein Lager deportiert worden wären, ist nach unserer Exkursion für uns noch erschreckender als zuvor.
Von Sueda Sülük (10b) und Miri Kalveram (10b)




