Präventionsworkshop „Vape-Check” im Jahrgang 8

Bunte E-Zigaretten in zahlreichen Geschmacksrichtungen, Vapes genannt, sind innerhalb kurzer Zeit sehr beliebt geworden. Ursprünglich als „gesündere“ Alternative zur Zigarette entwickelt, sprechen die Hersteller heute durch gezieltes Marketing über Social Media in erster Linie Jugendliche an – mit Erfolg. Die Mehrheit der Achtklässler der AMS kennt Videos, in denen das Vapen selbstverständlich ist oder lustige Tricks beim Dampfen mit der Vape gezeigt werden. Und einige der Jugendlichen haben Freunde, die vapen.
Daher fand am 16. und 17. Juni 2026 an der Albertus-Magnus-Schule erstmals der zweistündige Präventionsworkshop „Vape-Check“ für die Klassen des Jahrgangs 8 statt. Astrid Wörner, die Beauftragte für Suchtprävention an der AMS, erklärt: „Vapen ist ein negativer Trend, der sich aktuell immer weiter verbreitet und über die sozialen Medien gehypt wird. Deshalb ist es uns wichtig, über das Thema zu informieren und auf die damit verbundenen Risiken und Gefahren hinzuweisen.“
Diese Aufgabe übernahm Nicole Brosé, zuständig bei der AWO Bergstraße für Suchthilfe und Prävention. Sie gestaltete die Workshops mit den 8. Klassen und betonte direkt zu Beginn: „Aufklärung heißt nicht Verbieten – ihr entscheidet anschließend selbst und tragt auch die Verantwortung für eure Entscheidungen.“
Im Workshop ging es dann um Fakten und Mythen rund ums Thema Vapen. Die Jugendlichen waren sich einig darin, dass es leicht sei, Vapes zu kaufen, auch wenn diese offiziell erst ab 18 Jahren erlaubt sind. Die meisten von ihnen wussten, dass der Vapekonsum Risiken birgt, wie die Belastung der Lunge, der Kontakt mit krebserregenden Stoffen und das Entstehen von Nikotinabhängigkeit, und dass die Wirkung bei Jugendlichen insgesamt stärker ist. Zudem fand eine Mehrheit es wichtig, zwischen legalen und illegalen Produkten zu unterscheiden, da man bei illegalen Vapes nie weiß, welche Stoffe sie enthalten.
Anschließend nahmen die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Nicole Brosé das Thema Vapen genauer unter die Lupe. Sie verglichen Vapes mit Zigaretten und besprachen, warum Vapes gerade für Jugendliche so attraktiv sind. Hierbei spielt die leichte Verfügbarkeit der ansprechend und bunt gestalteten Vapes mit ihren vielfältigen Geschmacksrichtungen eine große Rolle. Dazu kommen Social-Media-Trends, aber auch soziale Hintergründe wie Gruppenzwang, der Wunsch, mit dem Rauchen das Hungergefühl zu reduzieren, oder der Reiz des Verbotenen.
Anhand von auseinanderbauten Vapes erkundeten die Jugendlichen deren Aufbau und Funktionsweise und besprachen die Wirkung und Gefahren der Inhaltsstoffe. Dabei kamen nicht nur die gesundheitlichen Risiken zur Sprache (beispielsweise Augen- und Schleimhautreizungen, Atembeschwerden, Auslösen von Allergien und Aufnahme von krebserregenden Substanzen, schnelle Entstehung von Abhängigkeit sowie bei hoher Dosierung des Nikotins Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod), sondern es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Batterien beim Auseinanderbau der Vapes oder bei falscher Entsorgung explodieren können. Zugleich sprach die Gruppe über die Umweltbelastung durch die große Menge an Elektro-Schrott und Müll, da in erster Linie Einweg-Vapes verwendet werden.
Am Ende standen die Erkenntnisse, dass Vapes für Jugendliche besonders gefährlich sind, da ihr Gehirn sich noch im Wachstum befindet, und dass Vapes ähnlich gesundheitsschädlich sein können wie Zigaretten. Daher besprachen die Schülerinnen und Schüler noch Strategien, die helfen können, nicht selbst abhängig zu werden. So kann man klar und selbstsicher Nein sagen, wenn man nicht mitmachen möchte, man kann Freunde um Rücksicht bitten oder sich von Gruppen distanzieren, in den ständig gevapt wird. Zudem schadet es nicht, immer wieder bewusst zu reflektieren, welchen Einfluss Social Media und Influencer auf die eigenen Entscheidungen haben.
Damit die Teilnehmer/innen ihr Wissen direkt überprüfen konnten, gab es zum Abschluss noch ein Quiz zum Thema Vapen. Das anschließende Feedback der Klassen war sehr positiv: Die Schüler/innen bezeichneten den Workshop als interessant, sinnvoll und hilfreich. Sie fanden es gut, auf entspannte Art und sachlich über das Thema informiert zu werden.




